Mittwoch, Juli 20, 2005

in den Altai

Nach einer Fahrt ueber den Baikal und die Angara mit dem Tragfluegelboot bin ich gut in Irkutsk angekommen. Morgen nacht geht mein Zug nach Novosibirsk und dann weiter nach Barnaul im Altai. Dieses Gebirge ist das hoechste in Sibirien, und soll wunderschoen sein. Ich mach da fuer zehn Tage eine Trekking-Tour mit, zum Fuss des Berges Belucha, mit 4506 Metern auch ganz gut dabei. Da unten liegt ein Bergsee namens Ak-Kem, der von den Schamanen wohl als sehr heilig gehalten wird. Falls Ihr mich auf der Karte finden wollt: das ist da, wo Russland, die Mongolei, Kasachstan und China fast zusammenstossen.

Donnerstag, Juli 14, 2005

Der Brunnen des Planeten

So, jetzt hat es doch etwas länger gedauert mit der Meldung. Vor inzwischen fast drei Wochen sind wir also mit unserem Kutter in der Bucht Ayaya angekommen. In der Sprache der Ewenken bedeutet der Name "sehr, sehr schön". Und es war wirklich fast wie im Paradies. Eine tiefe Bucht, links und rechts mit Taiga bewachsene und mit Felszinnen bewehrte Hügel. Wir wurden an einem langen einsamen Sandstrand ausgesetzt. Nachdem unser Schiff wieder außer Sicht war, fühlte ich mich wohl nicht viel anders als Captain Cook bei der Entdeckung Neuseelands. Wir schlugen unser Lager einen Steinwurf vom Strand auf, Feuerstelle und ein Tisch waren schon vorhanden. Und dann begannen zwei Wochen voller Sonne, frischer Luft und Mücken. Ja, wenn diese Plagegeister nicht wären, dann wäre ich jetzt richtig schön braun gebrannt. So waren wir aber über weite Strecken zu langer Kleidung und Moskitonetz verdammt. Wir bauten ein bisschen Steg durch den Sumpf, säuberten den Pfad, badeten im Baikal und futterten Omul, den hin und wieder ein Fischerboot vorbeibrachte, und liessen es uns richtig richtig gut gehen. Nach einer Woche holte uns ein Boot ab, mit dem wir zwei Buchten weiter nach Hakussy schipperten, wo es heisse Quellen und eine kleine Touristenbasis gibt. Ein Traum. In der zweiten Wochen kamen dann doch einige Touristen nach Ayaya, die fleißig unseren Pfad zum Frolichasee nutzten.
Unsere Heimfahrt mit dem Boot sollte eigentlich bloss zwei Stunden dauern, wir brauchten aber etwas länger als geplant, weil unser Kapitän unterwegs einen kleinen Waldbrand erspähte. Ein paar Touristen hatten wohl ihr Feuer nicht richtig gelöscht. Wir kamen gerade rechtzeitig, die ersten großen Bäume und eine kleine Sommerhütte begannen zu brennen. Aber hauptsächlich schwelte bloss der nach zwei Wochen strahlendem Wetter etwas trockene Boden auf ein paar Ar. Zu zwanzigst hatten wir das nach eine halben Stunde Wasser Schleppen und Unterholz Abholzen unter Kontrolle. Was man nicht so alles erlebt.
Die letzten Tage war ich noch auf einem anderen Camp des Great Baikal Trail, hier im Naherholungsgebiet von Sewerobaikalsk. Nach drei Wochen Sonne, Ruhe und heiligem Wasser bin ich jetzt sehr entspannt und bereit, irgendwann die nächsten Tage nach Irkutsk weiter zu ziehen.