Montag, Januar 03, 2005

wieder on line

So, liebe Leserinnen und Leser, jetzt ist die Weihnachtspause vorbei. Schee war's. Hat schon gut angefangen mit einem Weißwurschtfrühstück beim Jochen in Würzburg. Den Rest der Zeit war ich hauptsächlich in Nürnberg, mit kleinen Abstechern nach Regensburg und Augsburg. Und zum Schluss natürlich beim klassischen Neujahranblasen in Stubenberg. Der Tiger Rag fetzt wie eh und je. Aber Ihr wollt ja alle wissen, wie's in Russland ausschaut.
Am 29. bin ich mit Goli und ihrem Bruder Sebastian mit Pulkovo hergeflogen. Am Flughafen in Petersburg sind uns gleich mal drei Busse vor der Nase weggefahren, weil sie alle an verschiedenen Stellen und nur für fünf Sekunden gehalten haben. Ansonsten war am ersten Abend in Golis Wohnung kein Wasser da, auf das warme warten sie immer noch. In dem Punkt ist mein Wohnheim überlegen, Ätsch! Außerdem war mein erster Einkaufsversuch nicht erfolgreich, weil die Verkäuferin mir nicht auf meinen 20-Rubel-Schein rausgeben konnte, als ich eine Flasche Wasser für 12 kaufen wollte. Willkommen zurück in Russland! Die Kälte ist immer noch nicht da, knapp unter Null, der Tag ist zwar sechs Stunden lang, aber die Sonne kratzt gerade mal so über den Horizont. Naja, wir sind halt bis jetzt dann immer erst um eins aufgestanden ... Winterschlaf. Neujahr haben wir bei uns im Wohnheim gefeiert. Zuerst eine große Tafelrunde, um fünf vor zwölf wurde der Fernseher angemacht für Putins Neujahrsansprache, eher unspektakulär. Um zwölf dann die Kreml-Glocken, danach zu Bildern aus Moskau die beste Nationalhymne der Welt. Die ist ja jetzt eigentlich nur noch instrumental, aber unsere Russen haben natürlich den alten sowjetischen Text zum Besten gegeben. Danach war's eigentlich wie in Deutschland, bloß dass hier etwas ausdauernder gefeiert wird. Wir sind am ersten mit der ersten Metro zu Goli gefahren, ich war dann zwei Tage mit Magengrimmen im Bett, und als ich heute wieder ins Wohnheim gekommen bin, haben sie immer noch mit Wodka aufs neue Jahr angestoßen. Respekt. Am sechsten und siebten ist orthodoxes Weihnachten, dann irgendwann Neujahr nach dem alten Kalender, dann dasselbe für Weihnachten, so dass jetzt bis Mitte Januar gefeiert wird. Wenn alles klappt steigen wir am 14. nachts in den Zug nach Moskau, am 15. in die TransSib, sind am 19. frühmorgens in Irkutsk, laufen über den Baikalsee, und dann geht's wohl noch weiter nach Wladiwostok. Wann hat man schon mal die Gelegenheit zu so einer Winterreise ... vielleicht gibt's in Sibirien wenigstens ein bisschen polare Kälte, ich kann doch nicht jedem erzählen, ach ja, Russland ist eigentlich recht warm.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes Neues Jahr 2005, dass das warme Wasser nicht versiegt, sprich, die Russen weiter brav Gas nach Deutschland liefern, dass Toll Collect bis zum Sommer funktioniert, und dass Schnappi weiterhin die Charts stürmt. Last not least: G'sundheit is' 's wichtigste!

1 Comments:

At 10:20 PM, Anonymous Woidda said...

Habedere Piotr,
ich habe mich gerade aus dem Schneetreiben in mein luxeriöses deutsches Studentenzimmer gerettet. (Ja in in Minga ist es auch nicht so warm.) Momentan ist bei mir der Arbeitseifer nicht so groß und hinterlasse dir einfach einen Gruß aus der weißblauen Hauptstadt und wünsche dir eine ausdauernde Heizung ;-)
Walter

 

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