Mittwoch, November 10, 2004

Besuch

Letzte Woche waren Golis Eltern und ihre Schwester Silke hier. Sight-Seeing und Schlemmer-Programm. Wir haben den Kreuzer Aurora angeschaut, von dem im Roten Oktober der Sturm auf den Winterpalast eröffnet wurde. Ein alter Seebär namens Viktor hat uns durchs Museum geführt und uns alles über die russische Marine erzählt.
Außerdem waren wir in Puschkin, noch so eine Zarenresidenz. Mal wieder ein riesiger wunderschöner Park, mit großem See, und dem Katharinenpalast. Und da drinne - das Bernsteinzimmer! Leibhaftig! Es ist wirklich sehr schön. So viel Arbeit. 23 Jahre lang haben sie da für 11 Millionen Dollar rumgewerkelt. Und seit einem Jahr schaut es jetzt wieder genau wie das Original aus, das in Königsberg verschollen ist und jetzt irgendeinem Glücklichen als Wohnzimmer dient. Die Sonne hat geschienen, und dann ist es auch im November hier wunderbar.
Am Freitag waren wir im Mariinski-Theater, wo es die Russische Ballett-Truppe schlechthin zu sehen gibt. Lena (die Choreographin, die mit Goli zusammen wohnt) kriegt feuchte Augen vor Begeisterung, wenn sie davon schwärmt. Naja, sie sind halt drei Stunden rumgehopst, irgendeine Geschichte mit Don Quixote, und irgendwie ist mir zu meiner Verwunderung nie langweilig geworden. Hat schon was, wie die über die Bühne schweben. Eine Primaballerina und ihr blonder Jüngling.
Das Wetter war die ganze Woche ziemlich schön, Petersburg wird den Vorurteilen überhaupt nicht gerecht. Am Samstag ist der Beuerberger Tross wieder heimgeflogen, und Sonntag haben wir Winterschlaf gehalten. Und jetzt kehrt wieder der "Alltag" ein. Heute haben wir in Russisch wieder Nachrichten angeschaut. Der Putin bastelt weiter fleißig an seiner "Stärkung der Machthorizontalen". Freut sich, dass die Unterstützung aus dem Westen im Kampf gegen den Terror für vier weitere Jahre gesichert ist. Und Tamara, unsere Lehrerin, hat uns über Kosmetikprodukte erzählt. Dass die sowjetischen immer noch die besten sind. Aber sie haben halt langweilige Verpackungen und werden nicht beworben. Deswegen kaufen die Russen das europäische Zeug. Wie mit den Äpfeln: man greift immer nach den großen bunten fleckenlosen faden. Obwohl die kleinen schrumpligen oft viel besser sind. Tja, die Segnungen der freien Wahl in der Marktwirtschaft!
Helden
Diese zwei Helden waren auch schon mal in Pushkin.

2 Comments:

At 7:55 PM, Anonymous Anonym said...

Servus Peter

interessante gschichten schreibst du da aus russland.
falls du mal schafkopfen willst: -> www.freenet.de -> onlinespiele -> casinospiele -> schafkopf!!!!
der wba und i zock ma schon kräftig. geniiialer soliär ersatz.
trink beim nächsten mal einen russen auf dich

bis denn und grüße an goli

Michi

 
At 1:45 PM, Blogger Piotr said...

Servus Michi! Ich freu mich auch schon auf den Russen daheim. Bis jetzt hab ich den Russen nur das Wallachern beigebracht, was sie schnell kapiert haben. Im Gegenzug hab ich ein recht interessantes russisches Spiel gelernt, genannt "Durak", zu Deutsch "Depp", das hier jeder beherrscht. Ich hoffe, eine Schafkopfrunde aufgestellt zu haben, bis der Jochen mich im Fruehling besuchen kommt.

 

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